Mallorca

Bodega Galmés i Ribot – Die Wiedergeburt des Weinbaus in Santa Margalida

weinb2  Die Ländereien Rotes del Cavallers bei Santa Margalida, die sich heute im Besitz der Familie Ribot und Galmés befinden und auf denen die Bodega Galmés i Ribot steht, haben im Laufe ihrer Geschichte schon einige Veränderungen erfahren. In der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts wurden die letzten Weinkellereien in Santa Margalida geschlossen, obwohl dieses Gebiet eigentlich immer eine große Weinbautradition hatte.

Es ist also wirklich dieser Familie zu verdanken, dass Santa Margalida eine Wiedergeburt des Weines miterleben darf. Dabei werden mittlerweile alle Anstrengungen den Qualitätsweißweinen und Crianzaweinen gewidmet. 1997 hat man bei Galmés i Ribot die Produktion der „Balanca-Weine“, die nicht vielmehr als Weißweine für die Masse waren, mit der Absicht eingestellt, nur noch etwas hochwertiges zu schaffen. Für diesen Schritt möchte man nach der Verkostung der Weine noch im Nachhinein danken. Auf den insgesamt 14 Hektar, die die Bodega umgeben, gibt man sich, von der großen Sorgfalt mal abgesehen, äußerst experimentierfreudig. Cabernet Sauvignon, Merlot, Callet, Chardonnay, Prensal Blanc, Syrah, die dem Leser an dieser Stelle vielleicht bereits bekannt sind, werden gefolgt von unbekannteren Rebsorten wie Jaumillo, Giro Blanc, Escursac, Vinate und Giro Negre.

Ein eigenes Fass für zuhause Dass hier mit viel Enthusiasmus, Leidenschaft und Ideenreichtum gearbeitet wird, ist auch dem äußerst sympathischen Oenologen Julio Torres zu verdanken, der bis 2005 noch auf dem Spitzenweingut Ribas tätig war. Nach einem Rundgang mit ihm durch den hochmodernen Vorzeigekeller der Bodega, bekommen wir sogar eine Art mallorquinischen Portwein zu probieren. Dies sei eines von ein paar Experimenten, sagt man uns bei der Verkostung des roten Süßweines. Ein sehr gelungenes, wie sich herausstellt. Aber der Ideenreichtum hört hier nicht auf. Bei Galmés i Ribot kann man sich mit dem nötigen Kleingeld sein eigenes Fass zusammenstellen lassen. Möglich sind dabei auch sehr experimentelle Cuvées fernab der eigentlichen Linie des Hauses. Bei einem Besuch dieser Bodega wird schnell klar, dass die Zeit hier auch in Zukunft nicht stehen bleiben wird. Galmés i Ribot plant neben Neupflanzungen zu einer festen Destination für Weinliebhaber zu werden. Die Weine, die hier gemacht werden sprechen dafür, dass dieses Vorhaben glücken wird.

www.galmesiribot.de

Bodega Son Bordils – Zwei Brüder erobern den Weinthron

wweinb1  Bei Son Bordils in Inca lohnt es sich, kurz einen Blick auf die Geschichte der Bodega zu werfen. Der Ort Inca war nämlich bereits im 14. Jahrhundert dafür bekannt, dass hier die besten Weine Mallorcas produziert wurden. Da jedoch mehr als die Hälfte aller Inselweine zu dieser Zeit aus Inca stammten, ist diese Tatsache nicht allzu verwunderlich. Obwohl die heutigen Besitzer von Son Bordils, die Brüder Coll Pastor, mit den Gründern nicht verwandt sind, sind sie sich des großen Erbes durchaus bewusst und zeigen es mit Stolz nach außen.

Fundada 1433, gegründet 1433, so haben es sich die Brüder sogar auf T-Shirts drucken lassen. Mit großer Überzeugung verrät Ramon Coll Pastor, der eigentlich ausgebildeter Apotheker ist, dass die qualitative Konstanz für Son Bordils das wichtigste ist. Ihre Kunden müssten sich automatisch auf die Qualität eines Weines verlassen können. „Was nützt es mir, einmal einen großen Wein herauszubringen“, fragt Ramon Coll Pastor rhetorisch und wartet die Antwort nicht ab.

An dieser Stelle sollte nicht unerwähnt bleiben, dass sein Blanc de Blanc 2004 beim letzten großen Concours Mondial in Brüssel eine Silbermedaille gewonnen hat. Obwohl die Bodega in der Mitte des 34 Hektar großen und sehr anschaulichen Weinfeldes liegt, ist vor allem der Blick auf die Produktionsstätten, also hinter die Kulissen, sehr spannend. Nicht nur die Technik, mit der man hier arbeitet, sucht auf Mallorca seinesgleichen, auch die schiere Größe der vollständig temperierbaren Lagerhalle wirkt sehr beeindruckend auf den Betrachter. Hier reift nicht nur der Wein in den Fässern, hier lagern auch die 200.000 Flaschen der Jahresproduktion, von denen rund 30 Prozent exportiert werden.

Insgesamt werden neun verschiedene Weine hergestellt, wobei unterschiedlichste Rebsorten wie Cabernet Sauvignon, Callet, Chardonnay, Mantonegro, Merlot, Prensal Blanc, Muskateller, Syrah und Cabernet Franc zum Einsatz kommen. Besuche sind sehr zu empfehlen. Im schön eingerichteten Verkostungsraum kann man auf angenehme Weise die gesamte Palette an Weinen durchprobieren. Eine kleine Kuriosität am Ende: Neben französischer Eiche kommen bei Son Bordils auch Holzfässer aus Transsilvanien zum Einsatz. Nicht nur Bram-Stoker Fans sind hiervon vermutlich angetan, auch auf uns wirkt der Rotwein nach dieser Information irgendwie ein bisschen röter.

www.son-bordils.de

Flor de Sal de Mallorca aus Ses Salines

flordesal  Salz ist für den Alchemisten Robert Chaves, den „Salzflüsterer“ aus Mallorca, der Gesamtbegriff alles dessen, was kristallisiert ist. Es ist das Urwesen, die Muttererde – La Madre de Tierra. Gleich der Philosophie : Alle Materie lässt sich in eine Salzform zurückbringen. Salz ist das materiell gewordene Wort des Lebendigen. Robert Chavez lebt aus, von und mit dem reinsten aller Salze, dem Llum de Flor de Sal de Mallorca.
Seit Jahren hat Robert Chavez mit Katja Wöhr das Unternehmen Gusto Mundial Balearides geführt, das mittlerweile auf der ganzen Welt für das ausgezeichnete Produkt Flor de Sal Gusto Mundial ruhm erlangt hat. Nach ihrer ersten Ernte im Sommer 2003 kreierten Robert und Katja ihr Produkt Flor de Sal d´Es Trenc und kooperierten in der Auswahl ihrer Aromen und Geschmacksrichtungen mit dem viel dekorierten Küchenchef und Michelinsternekoch Marc Fosh. Innerhalb kürzester Zeit avancierte Flor de Sal d´Es Trenc zu einem der gefragtesten Produkte sowohl in der Spitzengastronomie als auch bei anspruchsvollen Privatköchen und das in aller Welt.
Nachdem sich das Paar getrennt hat und sich der Ideengeber und kreative Kopf des Duos Robert Chavez mit seinem Unternehmen Llum de Sal, das Licht des Salzes, selbstständig gemacht hat, verwirklicht er seine Vorstellung der Muttermaterie, des Flor de Sal, in Eigenregie. Für Robert Chavez ist Salz in seiner reinsten Form in jedem Zustand, ob kristallin oder flüssig, die Essenz allen Lebens und der Grundstoff jeden Lebens gleichzeitig, vorausgesetzt es wird in seiner ursprünglichsten Form belassen oder mit reinsten Naturessenzen veredelt.
Robert Chavez erntet sein Llum de FLOR DE SAL an der traumhaften Küste Mallorcas, den Ses Salines nahe dem Ort Colonia Sant Jordi, wo er auch die Veredelung der Salze vornimmt. Das wertvolle Meersalz, die Salzblume, entsteht nur an heißen und windstillen Tagen als hauchdünne Schicht an der Wasseroberfläche und wird in Handarbeit mit einer Holzschaufel, der sogenannten „lousse“, per Hand in den frühen Morgenstunden abgeschöpft. Das Salz wird unbehandelt in der Sonne Mallorcas getrocknet und kommt in Formschönen, schwarzen Dosen in den Handel. Gourmets schätzen seinen Geschmack, der durch Calcium- und Magnesium-Sulfat-Anteile bestimmt wird, die im herkömmlichen Steinsalz nicht enthalten sind.
Für viele Spitzenköche der mediterranen Küche auf Mallorca ist das Llum FLOR DE SAL de Mallorca mittlerweile kaum wegzudenken.

www.llumdesal.com

Oliver Moragues Binicomprat – Mallorcas Urgestein

bodega2  Juana und Gabriel Oliver Moragues, die sich als Sprösslinge der Ribas-Familie zum alten mallorquinischen Winzeradel zählen dürfen, führen die Possessió Binicomprat in Algaida zusammen.

Das Anwesen ist nicht nur Bodega, sondern auch ein sehr gemütliches, agrotouristisches Landhotel. Es handelt sich hierbei um das Stammhaus der Familie Ribas. Das Landgut ist so alt, dass es schon aktenkundig war, als Jaime I. Mallorca im Jahre 1229 von den Mauren zurückeroberte. Seit dem Jahr 1511 befindet es sich im Besitz der Familie und wie die 49-jährige Johanna sagt, wurde hier schon immer Wein produziert. Das Gut gehört also in die Riege der wirklichen mallorquinischen Urgesteine. Im Jahre 1997, nachdem Juana und Gabriel schon einige Erfahrungen auf anderen Weingütern der Familie sammeln durften, entschieden sie sich, der Possessió Binicomprat einen entscheidenden Impuls zu geben und verschrieben sich ganz dem Projekt der OM-Weine.

Geführt wird die Bodega OM-Oliver Moragues heute von Sohn Carlos. Er will in Zukunft ein Besucherzentrum einrichten, das neben der Degustation auch Möglichkeiten für Diskussionen zum Thema Wein bietet – mehrsprachig versteht sich. Da er laut eigener Aussage eigentlich nur eine kurze Weile in Berlin gelebt hat, waren wir bei unserem Besuch doch ziemlich überrascht, mit was für einem geschmeidigen Deutsch er uns durch die Winkel der Bodega führte. Damit gehört Oliver Moragues zu den ganz wenigen Bodegas auf Mallorca, bei denen man Führungen auch ohne Englisch- oder Spanischkenntnisse machen kann.

Bei unserer Visite stach uns unter anderem eine kleine Kapelle im alten Anwesen ins Auge, die wohl aufwendig restauriert wurde und noch immer einen Eindruck gibt, wie es hier vor 500 Jahren ausgesehen haben könnte. Wir wissen zwar nicht, ob die Bodega es anbietet, aber hier ließe sich wirklich gut eine Hochzeit im kleinen Rahmen austragen – bei Bedarf also einfach mal nachfragen! Naturverbundene Weinkultivierung Das ganze Gelände von Binicomprat umfasst 70 Hektar, auf denen sich Pinienwälder und Steineichen befinden. Eine naturverbundene Weinkultivierung, die die natürliche Umgebung erhält, liegt den Moragues sehr am Herzen.

Wein wird lediglich auf sieben Hektar produziert, wobei sich hier sowohl autochthone mallorquinische wie auch internationale Rebsorten wiederfinden, so z.B. Manto -Negro, Callet, Gargollassa, Cabernet, Syrah, Merlot, Prensal Blanc, Giró Blanc, Chardonnay und Viogner. Das Hauptaugenmerk ist dabei aber auf die Trauben aus Übersee gerichtet. Mit den weißen Rebsorten werden zur Zeit lediglich Versuche unternommen. Es dürfte also noch eine gewisse Weile dauern, bis das Weinportfolio in diese Richtung erweitert wird. Auch in den Weinbergen lässt man ökologisch-bewusste Sorgfalt walten, indem man sich unter anderem auf reine Handlese beschränkt. Um die knappe Kapazität auszugleichen (sieben Hektar Anbaufläche sind verhältnismäßig klein), hat man sich auch etwas einfallen lassen: Man kauft Trauben alter Reben von Weingütern der Familienbande. Und dies aus einfachem Grund: Da weiß man, was man hat!

www.binicomprat.de

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