Mallorca

Bodega José Luis Ferrer

bodega1 “Altehrwürdig“ ist wohl die passende Bezeichnung für José Luis Ferrer.

Damit ist nicht nur die Ausstrahlung des Gutes gemeint, sondern auch die des Hausherren selbst. Voller Stolz berichtet Señor Roses, dass die größte Bodega der Insel auch in der nächsten Generation in der Familie bleiben wird. Schließlich hat er ja mehrere Söhne. Der Familientradition folgend werden sie mit großer Wahrscheinlichkeit zunächst ins Ausland gehen und Weinbau studieren. Das Weingut José Luis Ferrer blickt auf eine lange Tradition zurück.

Seit 1931 wird hier im größeren Stil Wein angebaut. Bereits der Gründer und Namensgeber des Guts José Luís Ferrer Ramonell hat dabei auf modernste Techniken sowie eine fundierte Ausbildung an den besten Schulen der Welt gesetzt. Bis heute hat sich daran nichts geändert. So kann man beispielsweise in einer Ecke des alten Kellers mehrere viereckige Barriquefässer finden. „Eine Erfindung der Schweizer – ausprobieren kann man das ja mal.

Unser Oenologe hat diese Fässerform allerdings für uninteressant befunden“, lacht Xavier Cartañá, ein Mallorquiner mit deutschen Wurzeln. Er ist für das Marketing zuständig und zeigt deutschsprachigen Besuchern gerne die Bodega. Es klingt zwar paradox, aber die ständige Erneuerung und Verbesserung im Hinblick auf die Zukunft ist eine der wichtigsten Traditionen des Hauses Ferrer. Diese Zukunft sieht Ferrer nicht nur in Europa, sondern insbesondere auch in Asien. 2007 hat die Bodega den Schritt gewagt und sich mit Japan und Korea neue Absatzmärkte erschlossen. Auch in Deutschland sind die Weine seit vielen Jahren im Fachhandel zu finden. Das orangefarbene Etikett mit der roten Banderole ist für viele Inselbesucher daher nicht nur das Symbol der Bodega, sondern fast so etwas wie das Wahrzeichen des mallorquinischen Weins.

Ferrer setzt auch auf die Kunst Die Auswahl der Weine der Bodega Ferrer ist beachtlich: In den Weinlinien José Luis Ferrer, Veritas und der modernen, neuen Linie D2UES werden derzeit insgesamt 16 verschiedene Weine angeboten. Zusätzlich werden zu besonderen Gelegenheiten limitierte Kollektionen mit von Künstlern gestalteten Etiketten produziert, die teilweise auch in Doppelmagnumflaschen erhältlich sind. Aktuell sind die 1997er Sonderedition ‚Joan Miró’ sowie ein nach dem in Binissalem lebenden Künster ‚Louis Maraver’ benannten und von ihm gestalteten 2000er Reserva erhältlich. ‚Corea Fantasy’ ist eine Hommage an den koreanischen Musiker Eaktai Ahn, dem mit dem Korea Reserva, Korea Crianza und Korea Auténtico gleich eine ganze Linie gewidmet wurde. Geplant ist außerdem, in zwei Jahren eine neue Linie mit ökologisch produzierten Weinen auf den Markt zu bringen. Auf Anfrage ist ein Besuch der Bodega auch mit deutschsprachiger Führung möglich. Für Events mittlerer Größe hat das Gut etwas ganz besonderes zu bieten: Im liebevoll gestalteten Innenhof des Neubaus kann man bei Spanferkel vom Rebholz und den hauseigenen Weinen die Nacht zum Tag machen.

Bodega Finca Biniagual – Weinbau im eigenen Dorf

winfass  Seit rund 10 Jahren baut die deutsche Unternehmerfamilie Graf in Biniagual, einem Ortsteil von Binissalem, Wein an. Wobei der Weinanbau hier nur einen geringen Teil ausmacht: Seit 1968 ist die Familie Graf im Besitz des ganzen Örtchens sowie der dazugehörigen 170 Hektar Land, die das kleine, nur 15 Häuser starke Biniagual umgeben. Erfolgsgeschichte eines Weingenies:
Weinbau hatte in Biniagual schon früher eine große Bedeutung. Nachdem auch hier die Reblaus gewütet hat, konnte die Familie in den 60ern jedoch nur brachliegendes Ödland sowie leerstehende Hausruinen übernehmen. Heute erstrahlen die nach und nach renovierten Gebäude in neuem Glanz und der Wein erlangte wieder mehr Stellenwert. 34 Hektar Rebfläche bringen aktuell vier verschiedene Weine hervor – den Finca Biniagual Veran Blanc, den Finca Biniagual Veran Rosat sowie die beiden Rotweine Veran Negre und Finca Biniagual Selleción Negre.
Biniagual, das ist gleichzeitig die Erfolgsgeschichte eines wahren Weingenies: Francesc Grimald, der zuvor schon im Erfolgsquintett von Ànima Negra mitgewirkt und dort den vielleicht bis dato bekanntesten Wein der ganzen Insel kreiert hat. Sein Ànima Negra ist ein Shootingstar und genau das ist auch der 2005er Finca Biniagual Negre. Die spanische Tageszeitung El Mundo hat diesen Wein sogar zum besten spanischen Newcomerwein des Jahrgangs auserkoren und auch wir waren in unseren Blindverkostungen begeistert.
Die Zukunft des feinen Tropfens bleibt jedoch spannend: Grimald hat mit 4 kilos bereits ein neues Projekt ins Leben gerufen und wird seine Künste nun dort einsetzen. Es bleibt zu hoffen, dass sein Nachfolger in den Kellern Biniaguals die Erfolgsgeschichte Finca Biniagual Negre fortführen wird.

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